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C) Wirkungs - GeschichteVon
1900 bis 1910 dominierte die Radikalität des Ästhetizismus –
“Die Göttinnen” und nachfolgende Romane wurden von
Neuromantikern und Frühexpressionisten verehrt. 1910 bis 1917 wurde die
politische Radikalität des Essayisten HM von den Intellektuellen des
expressionistischen Aktivismus bewundert. Seit dem Massenerfolg des
“Untertan” galt HM als “literarischer Repräsentant der
Republik”, vor allem als Publizist und treibende Kraft der “Akademie
der Künste”. Während sich die sozialistischen Kreise mit HM
identifizierten, wurde er von der nationalistischen Seite gehaßt. Der
einseitigen Festlegung und dem Erwartungshorizont des Publikums ist HM auch nach
seinem Tode nicht entkommen. Seine Geltung als politischer, gar kommunistischer
Autor, hat die Aufnahme auch in der BRD entscheidend behindert. Bis heute ist
er, z. B. im Vergleich zu Thomas Mann, relativ unbekannt. Die
Literaturwissenschaft des Auslands hat sich bisher relativ wenig mit HM
beschäftigt. Entsprechend dessen Neigungen und Themen sind es vorwiegend
französische und italienische Wissenschaftler. Allmählich wird das
Gesamtwerk HM‘ s auch im westdeutschen Publikum bekannter, Vorbehalte
gegen den radikalen politischen Autor werden schwächer. Eine wirkliche HM
– Renaissance ist sicherlich nicht zu erwarten, aber vielleicht bekommt
Thomas Mann recht: “Denn die Tatsache, daß dieser nun Heimgegangene
einer der größten Schriftsteller deutscher Sprache war, wird
über kurz oder lang auch von dem widerstrebenden Bewußtsein der
Deutschen Besitz ergreifen” (1950).
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